WM 2026 Aus: Deutschland scheitert im Elfmeterschießen an Paraguay
Ladevorgang...
Ich habe mir zwei Tage Zeit genommen, bevor ich das hier aufschreibe — weil man über ein solches Aus nicht in der ersten Wut urteilen sollte. Aber es ändert nichts: Die deutsche Mannschaft ist bei der WM 2026 in der Runde der 32 ausgeschieden, 1:1 nach Verlängerung gegen Paraguay, dann 3:4 im Elfmeterschießen im Gillette Stadium von Foxborough. Der viermalige Weltmeister ist unter den ersten Teams, die dieses aufgeblähte Turnier nach Hause schickt. Für mich ist das kein Betriebsunfall — es ist die logische Fortsetzung eines Auftritts, der schon in der Gruppenphase geflackert hatte.

Wie das Spiel verloren ging
Es war die Partie, vor der ich am Vorabend gewarnt hatte — die 1,35-Lockquote auf den deutschen Sieg war eben doch kein Selbstläufer. Paraguay ging in der 42. Minute durch einen Kopfball von Julio Enciso in Führung, ein Nackenschlag gegen einen Gegner, der ohnehin nur hinten dichtmachen wollte. Kai Havertz glich in der 54. Minute aus und drehte das Momentum. In der Verlängerung fiel dann die Schlüsselszene: Jonathan Tah köpfte in der 119. Minute nach einer Ecke ein — doch der Videobeweis nahm den Treffer zurück, weil Waldemar Anton den paraguayischen Torhüter zuvor zu Boden gedrückt hatte. Statt der Führung blieb es beim 1:1 nach 90 und nach 120 Minuten — und dann kam ausgerechnet das, was Deutschland bei großen Turnieren über Jahrzehnte ausgezeichnet hatte: das Elfmeterschießen.
Und dort passierte das Unerwartete. Ausgerechnet vom Punkt, an dem die DFB-Elf historisch eine Macht war, verlor sie erstmals überhaupt ein WM-Elfmeterschießen. Paraguays Keeper Orlando Gill parierte die Versuche von Kai Havertz und Nick Woltemade; auf der Gegenseite scheiterte Antonio Sanabria, und Manuel Neuer parierte den Elfmeter von Miguel Balbuena — Deutschland rettete sich ins Sudden Death. Doch dort jagte Jonathan Tah seinen Versuch über das Tor, ehe José Canale zum 4:3 verwandelte. Es reichte nicht. Zum ersten Mal nicht.
Meine Note für die DFB-Elf: 4/10. Ein Treffer aus dem Spiel heraus gegen den schwächsten verbliebenen Gegner der oberen Tabellenhälfte, dazu die pure Unfähigkeit, ein 1:1 vor der Verlängerung in einen Sieg zu verwandeln — das ist einer K.o.-Runde nicht würdig. Die Verlängerung war zäh, ideenlos, ohne den einen Spieler, der ein solches Spiel an sich reißt.
Warum mich das Aus nicht überrascht hat
Man kann jetzt vom Pech reden, vom Elfmeterschießen als Lotterie, von der einen Parade zu viel. Ich halte das für zu bequem. Die Warnsignale standen schwarz auf weiß: das 1:2 gegen Ecuador am letzten Gruppenspieltag, der Ausfall von Nico Schlotterbeck für den Rest des Turniers, die neun Gruppentore, die vor allem gegen Curaçao (7:1) zustande kamen und die wahre Verfassung eher verschleierten als offenbarten.
Deutschland hat die Gruppe E zwar gewonnen — 6 Punkte, +6 Tore, vor der punktgleichen Elfenbeinküste. Aber ein Gruppensieg, der sich im Rückspiegel wie ein Etikettenschwindel anfühlt, trägt eben nicht durch eine K.o.-Runde, in der jede Mannschaft ihren Plan bis zur letzten Minute durchzieht. Genau das hatte ich nach dem 28. Juni notiert: Diese Phase belohnt Geduld und Konsequenz, nicht Namen.
Mein Urteil: Das Aus ist kein Ausrutscher, sondern die ehrlichste Momentaufnahme dieser Mannschaft. Die Buchmacher hatten Deutschland vor dem Turnier-Endspurt ohnehin nur mit rund 19,0 auf den Titel geführt — jetzt ist die DFB-Elf komplett von der Weltmeister-Liste verschwunden.

Der Gegenwind — und was dagegen spricht
Die faire Gegenrede lautet: Ein Elfmeterschießen ist kein Beleg für Klasse oder Unvermögen, es ist ein Münzwurf mit Anlauf. Paraguay hat als bester Gruppendritter mit nur vier Punkten überhaupt erst die K.o.-Runde erreicht — verlieren gegen dieses Team ist auf dem Papier eine Blamage, im Detail aber eine 120-Minuten-Pattsituation, die auch hätte kippen können.
Stimmt alles. Und trotzdem: Große Nationen zeichnet aus, dass sie solche Spiele in der regulären Zeit entscheiden, statt sie dem Zufall zu überlassen. Dass Deutschland ausgerechnet vom Elfmeterpunkt scheitert — dort, wo die DFB-Elf über Jahrzehnte praktisch unschlagbar war und nun erstmals überhaupt ein WM-Elfmeterschießen verlor —, macht dieses Aus für mich nur bitterer. Und es reiht sich in die jüngste Turnierbilanz ein: Schon 2022 war früh Schluss. Von einem Betriebsunfall mag ich da nicht mehr sprechen.
Was das Aus fürs Turnier bedeutet
So bitter es aus deutscher Sicht ist — das Turnier läuft ohne die DFB-Elf munter weiter, und der Ausfall verschiebt die Kräfteverhältnisse spürbar. Paraguay trifft in der Runde der 16 (4. Juli in Philadelphia) auf den Sieger aus Frankreich gegen Schweden. Und Frankreich, das ohnehin schon vorne lag, ist nach dem deutschen und dem ebenfalls überraschenden niederländischen Aus (3:2 im Elfmeterschießen gegen Marokko) zum ganz klaren Titelfavoriten avanciert — die Quote fiel von rund 4,50 auf 3,50 (Stand: 30. Juni 2026).
Für den deutschen Fan heißt das: Ab jetzt ist Zuschauen ohne eigene Fahne angesagt. Wo man hinschaut, welche Restsympathien man verteilt und wo tatsächlich noch Wert in den Quoten steckt, ordne ich in meinem neuen Titelfavoriten-Bild nach den Achtelfinal-Schocks ein.
- Deutschland scheidet in der Runde der 32 aus: 1:1 gegen Paraguay, 3:4 im Elfmeterschießen (Foxborough, 29. Juni).
- Enciso (42.) traf für Paraguay, Havertz (54.) glich aus; ein Kopfballtor von Jonathan Tah in der 119. Minute zählte nach Videobeweis nicht (Foul am Torhüter).
- Es ist die erste WM-Niederlage einer deutschen Mannschaft im Elfmeterschießen überhaupt.
- Im Elfmeterschießen hielt Keeper Orlando Gill die Versuche von Havertz und Woltemade, Canale verwandelte den entscheidenden Elfmeter zum 4:3.
- Der viermalige Weltmeister ist von der Titelliste verschwunden — vom vorherigen Wert um 19,0 auf „nicht mehr notiert“.
- Paraguay spielt in der Runde der 16 (4. Juli, Philadelphia) gegen den Sieger aus Frankreich – Schweden.
- Frankreich ist nach dem deutschen und niederländischen Aus klarer Titelfavorit (~3,50, Stand: 30. Juni 2026).
Mein Fazit
Ich bin niemand, der nach einem frühen Aus reflexhaft alles einreißt. Aber ich bin auch nicht bereit, dieses Ausscheiden schönzureden. Die deutsche Mannschaft ist bei diesem Turnier nie zu der Wucht gefunden, die man von einem Titelkandidaten erwartet — die Gruppenphase war Flickwerk, das Achtelfinale — beziehungsweise die Runde der 32 — war ideenlos, und am Ende fehlte im Elfmeterschießen genau die Kaltschnäuzigkeit, die früher das deutsche Markenzeichen war.
Meine Prognose für die Aufarbeitung: Es wird die übliche Grundsatzdebatte geben — Trainerfrage, Kaderplanung, Nachwuchs. Sportlich zählt für mich ein einziger Satz: Wer gegen den besten Gruppendritten in 120 Minuten nur ein reguläres Tor erzielt, hat sein Aus verdient, egal wie der Elfmeter-Krimi am Ende ausgeht.
Die grundsätzliche Einordnung zur DFB-Elf steht weiterhin in meiner Deutschland-Analyse zur WM 2026, die Gruppe E im Detail in der Bewertung der Gruppe E. Wie sich das Marktbild insgesamt sortiert, lesen Sie in der WM-2026-Quotenanalyse.
Spielverlauf, Torschützen, aberkanntes Tor und Elfmeter-Ausgang nach offiziellen Spielberichten (ESPN, NBC News, Al Jazeera, Fox Sports, Stand 1. Juli 2026). Quoten im Dezimalformat, Stand 30. Juni 2026 (FanDuel via Fox Sports, in Dezimal umgerechnet). Teilnahme ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen — Hilfe und Infos unter check-dein-spiel.de.